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Aktuelle Arbeiten

Nach einer Grabungspause durch die COVID-19 Pandemie im Jahr 2020, findet dieses Jahr wieder eine Lehrgrabungskampagne des Instituts an der Magdalénienstation Bad-Kösen, Lengefeld statt. 

Die Magdalénienstation Bad Kösen, Lengefeld

Im Rahmen der Erforschung regionaler Ausprägungen des Magdalénien wird in Kooperation des Landesamtes für Bodendenkmalpflege Sachsen-Anhalt sowie der Universitäten Erlangen und Köln der Fundplatz Bad Kösen-Lengefeld seit einigen Jahren systematisch erschlossen.

Etwa 2 Kilometer südlich des Ortskern von Bad Kösen auf einer Hochfläche 140 m üNHN oberhalb der linken Saaleschleife gelegen, verwiesen bereits in den 1950iger und 1960iger Jahren an dieser Stelle durchgeführte Begehungen sowie Sondagen auf mehrere Fundkonzentrationen einer paläolithischen Freilandstation. Diese wird nun seit dem Jahr 2008  über Lehrgrabungskampagnen methodisch erfasst. Insgesamt konnte bisher eine Fläche von über 80 qm2 aufgedeckt werden. Hierbei wurden die angetroffenen Befunde und Funde freigelegt, tachimetrisch, photographisch sowie zeichnerisch dokumentiert, geborgen und einer anschließenden Auswertung zugeführt.

Großflächige Konzentrationen aus Kalk- und Sandsteinplattenlagen, die als Untergrund  verschiedener Aktivitätszonen gedient haben, beschreiben hierbei den wesentlichen Charakter dieses Fundplatzes. Diese wurden ausschließlich im Bereich des ehemaligen Laufhorizontes dokumentiert und zeugen von ihrer intentionellen Einbringung in die Siedlungsfläche. Daneben fanden sich zahlreiche Gruben, die möglicherweise im Zusammenhang mit der Errichtung von Behausungen zu verstehen sind und sich rund um die vorgefundenen Feuerstellen des Fundplatzes gruppieren. In diesen Bereichen konzentrieren sich auch die Spuren der Werkzeugherstellung und der Verarbeitung des Jagdwildes. Dabei wird das Faunenspektrum von Rentier und Pferd dominiert, wobei eine räumliche Gliederung der Nutzung beider Faunenarten innerhalb der Fundstelle aufgrund ihrer Ablage beobachtet werden konnte.

Die Freilandstation Bad Kösen-Lengefeld ist im Kontext magdaleniénzeitlicher Siedlungsplätze zu betrachten, welche in den ausgedehnten Flußlandschaften der Mittelgebirgsregionen anzutreffen sind. Wie zu den in unmittelbarer Nähe befindlichen magdalénienzetlichen Siedlungsplätzen Saaleck, Bad Frankenhausen, Groitsch und Oelknitz braucht die Freilandstation Bad Kösen-Lengefeld auch einen überregionalen Vergleich mit bekannten Fundplätzen wie Nebra, Gönnersdorf und Andernach nicht zu scheuen.