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Etwa 60 km nordöstlich von Damaskus im Skifta-Tal liegt eine Reihe von Höhlen und Felsüberhängen in der Nähe der libanesischen Grenze unweit der Ortschaft Yabroud. Unter diesen Plätzen liegt auch das Felsdach von Yabroud II, welches bereits in den 1930er Jahren durch den Ausgräber Alfred Rust im Rahmen seiner Fahrradexpedition zusammen mit Kuno Schladetzki entdeckt und ausgegraben wurde. 1950 legte Rust die Bearbeitung der Funde in der Monographie „Die Höhlenfunde von Jabrud (Syrien)“ vor. In der Folge wurden noch weitere Grabungskampagnen durch andere Archäologische Teams durchgeführt.

Bei der Ausgrabung an den Felsüberhängen von Yabroud I-III stieß Rust auf lange Stratigraphien paläolithischer Funde aus dem Mittel- und Jungpaläolithikum. Die Schichtenfolge ist dabei besonders für den Übergang vom Mittel- zum Jungpaläolithikum von Interesse, da hier der technologische Wandel von Levalloiskonzept zu volumetrischen Klingenabbau nachvollzogen werden.  

Das bei den Ausgrabungen von Alfred Rust zusammengetragenen Inventare sind heute Teil der Ur- und Frühgeschichtlichen Sammlung des Instituts für Ur- und Frühgeschichte und ist Teil verschiedener Forschungsprojekte, die sich mit der Aufarbeitung des reichhaltigen Materials beschäftigen.

Literatur

A. Pastoors/G. C. Weniger/J. Kegler, The Middle - Upper Palaeolithic transition at Yabroud II (Syria). A re-evaluation of the lithic material from the Rust excavation. Paléorient 34, 2, 2008, 47-66.

T. Hauck/M. Dominina/J. Cetinkaya/C. Molden, Yabroud II – Layer 4. A new dataset and chaîne opératoire reconstruction for the early Upper Palaeolithic. Onlinepublikation.

Yabroud II, Layer 4 Dataset. dx.doi.org/10.5880/SFB806.6